IV/3e R.E.I.
1951 - Aufstellung
Im Rahmen von De Lattres "Vietnamisierung" der französischen Streitkräfte in Indochina, wird am 01. März 1951 ein IV/3e R.E.I. und ein V/3e R.E.I. aufgestellt.
Die neuen Bataillone bestehen fast ausschließlich aus vietnamesischen Legionären, nur die Kader sind europäischer Herkunft.
Beide Bataillone werden der G.M. 5 unterstellt. Die Führung des IV/3e R.E.I. übernimmt zunächst Capitaine Mattéi.
Ein Posten des IV/3° R.E.I.
16e Compagnie, IV/3e R.E.I.
Die Bataillone nehmen vom 05. bis zum 08. Mai 1951 an der Operation Reptile teil und erhalten dort ihre Feuertaufe.
Ab 18. Juni 1951 verlegt die G.M. 5 in die Region von Dong Trieu. Vermutlich unterstützt das IV/3e R.E.I. dort den Ausbau von neuen Posten.
Karte der Region Dong Trieu an der R.P. 18 (6,4 MB)
Offiziere besuchen den Posten
16e Compagnie, IV/3e R.E.I.
Am 28. Oktober 1951 nimmt das IV/3e R.E.I. an einer Operation in der Region von Binh Nuang teil.
Im Dezember 1951, im Rahmen der Schlacht von Hoa Binh, findet sich das IV/3e R.E.I. auf dem Khe Nhon am Schwarzen Fluss.
Am 09. Dezember 1951 kann das Bataillon dort den Angriff von zwei gegenerischen Bataillonen abwehren.
1952
Die G.M. 5 verbleibt noch bis Ende Mai 1952 in der Gegend von Cho Ben. Dann verlegt sie in die Region von Van Dinh.
Bis Juli 1952 folgen die Operationen Kangourou, Antilope und Sarigue.
Ab Anfang Juli 1952 übernimmt das IV/3e R.E.I. den Untersektor Thanh Liem in der Region Phu Ly. Es wird dort am 08. Juli 1952 durch das II/3e R.E.I. herausgelöst.
Ab 15. August 1952 ist das IV/3e R.E.I. in der G.M.5 in der Operation Boléro im Raum Nam Sadh, Chi Linh, Lo Son und Kinh-Mon eingebunden.
Ab 21. Oktober 1952 geht es in der Operation Lorraine an den westlich Rand des Deltas, nach Ung Hoa, dann in die Region zwischen Vietri und Co Tich.
Ab 30. November 1952 findet schließlich die Operation Bretagne, in der Region von Nam Dinh, statt. Hier hat das Bataillon Anfang Dezember 1952 bei Cong Khe schweren Feindkontakt.
Karte des südlichen Deltas mit Phu Ly, Nam Dinh, etc. (6,1 MB)
Die Postenbesatzung ist angetreten
16e Compagnie, IV/3e R.E.I.
Das IV/3e R.E.I. verlässt die G.M. 5 am 20. Dezember 1952 in Richtung Dinh Bang und die europäischen Legionäre verlassen das Bataillon, welches bald darauf die vietnamesische Armee eingegliedert werden soll.
Das IV/3e R.E.I. behält seinen Namen noch bis 31. Dezember 1952, dann wird es zum 74e Bataillon Vietnamien (Tieu Doan 74).
1953 - Neuaufstellung bei Hanoi
Am 01. Oktober 1953 wird das IV/3e R.E.I. in Ai Mo bei Hanoi unter Capitaine Pichat wieder neu aufgestellt. Die Kader und 60% der Legionäre sind erfahrene Soldaten und kommen aus aus den Bereichen Génie, Matériel und Train der Legion.
Man hat nur einen guten Monat Zeit, um das Bataillon zu formieren. Dann folgt schon die Operation Pelican, an der das neue IV/3e R.E.I. teilnimmt.
Dann wird das IV/3e R.E.I. Mitte November 1953 nach Laos verbracht, wo es für die nächsten sieben Monate verbleiben wird.
1953 - Laos
Der Mekong in Laos
Foto von Helmut K., IV/3e R.E.I.
Am 14. November 1953 werden die 13e und die 14e Compagnie nach Xien Khouang in die Plaine des Jarres geflogen.
Die 15e und 16e Compagnie werden mit dem P.C. des Bataillons am 15. November 1953 nach Paksane verbacht, direkt am Mekong, welcher Siam und Laos trennt.
Die beiden Gruppen operieren von ihren Stützpunkten aufeinander zu. Es gilt eine Straßenverbindung zwischen Xien Khouang im Norden und Paksane im Süden mit Pionieren zusammen auszubauen.
Zwischendurch müssen immer wieder kleinere Operationen durchgeführt werden, um die örtlichen Rebellen auf Distanz zu halten. Es kommt dabei zu zahlreichen kleineren Gefechten.
Der Großteil der Strecke ist geschafft, als die 13e und 14e Compagnie am 27. Dezember 1953 ebenfalls nach Paksane verlegen müssen.
Grund ist eine Offensive der Vietminh auf Thakhek, fast 200 Kilometer weiter südlich am Mekong.
Karte der Region um Paksane in Laos mit Kam Keut und Lak Sao (6,0 MB)
1954 - Nahe Paksane in Laos
Anfang 1954 ist das IV/3e R.E.I. in Paksane wieder zusammengeführt.
Es führt mit laotischen Einheiten ab 08. Januar 1954 die Operation Mayenne durch. Deren Ziel ist es, das Tal von Kam Keut und den Flugplatz von Lak Sao zurück zu erobern. Man will damit den Vietminh den Weg nach Süden in Richtung Thakhek abschneiden.
Es geht zunächst auf Booten den Mekong hinab, bis zum Mündung des Nam Ca Dinh. Von dort kommt man auf der R.P. 13 mit Fahrzeugen noch etwa 60 Kilometer weiter, bis nach Ban Bock.
Hier wird die Straße in Richtung Westen verlassen. Von dort geht es durch die dichte Vegetation nur mit Maultieren und Ponys zu Fuß weiter, bis in das Tal von Kam Keut, welches am 13. Januar 1954 erreicht wird.
Laos
Foto von Helmut K., IV/3e R.E.I.
Von Kam Keut in Richtung Lak Sao kommt der Vormarsch des IV/3e R.E.I. ins Stocken.
Die Vietminh haben sich in großer Zahl ab Kam Keut in den Höhen festgesetzt und leisten erbitterten Widerstand.
Am 15. Januar 1954 kommt es zu einem schweren Angriff auf die Spitze der Marschkolonne. Neben einigen Legionären wird auch Capitaine Moneuse, der Commandant der in Front marschierenden 15e Compagnie, getötet.
Auszeichnung
von Caporal-Chef Fritz E., 15° Cie., IV/3° R.E.I.
für seine Leistungen beim Angriff vom 15. Januar 1954
Da man nicht weiter vorwärts kommt, sammelt man sich zunächst wieder in Kam Keut.
Als dann noch große Kräfte der Vietminh gemeldet werden, welche anrücken um auch den Rückweg des IV/3e R.E.I. zu blockieren, bleibt vor der drohenden Vernichtung keine Wahl, wie der Befehl zum schnellen Rückzug.
Laos
Foto von Helmut K., IV/3e R.E.I.
Nach einem einwöchigen Gewaltmarsch erreicht man am 22. Januar 1954 wieder den Mekong und verlegt auf Booten wieder nach Paksane.
Doch auch nach der zehrenden Operation wird dem Bataillon keine Ruhepause gegönnt.
Kaum in Paksane, unternimmt das IV/3e R.E.I. am 30. Januar 1954 eine Operation in das Tal des Nam Sane, nördlich von Paksane.
Laos
Foto von Helmut K., IV/3e R.E.I.
1954 - Luang Prabang in Laos
Im Februar 1954 wird das IV/3e R.E.I. nach Luang Prabang geflogen, weil die komplette Division 308 der Vietminh von Norden durch das Tal des Nam Ou auf die laotische Hauptstadt zu marschiert.
Am Oberlauf des Nam Ou war die Division 308 bereits auf das II/3e R.E.I. getroffen und hat das Bataillon fast komplett ausgelöscht.
Das IV/3e R.E.I. nimmt nach seiner Ankunft Verteidigungspositionen auf den bewaldeten Höhen nördlich von Luang Prabang ein und wird bald auf eine harte Probe gestellt.
Am 13. Februar 1954 erreichen die Vietminh den Mekong und treffen bei Ban Na auf eine Aufklärungspatrouille, die aus der Section von Lieutenant Fournier, zusammen mit einer laotischen Compagnie besteht.
Man muss sich in dem Gefecht einem kompletten Bataillon Vietminh stellen und als die Munition zu Neige geht, bleibt den Männern nichts übrig, als sich zu ergeben.
Ende Februar 1954 kehrt die Division 308 aber Luang Prabang den Rücken zu und marschiert wieder nach Norden, auf Diên Biên Phú zu.
Am 01. März 1954 übernimmt Capitaine Cler das IV/3e R.E.I. in Luang Prabang, da Capitaine Pichat aus gesundheitlichen Gründen evakuiert wird.
Karte der Region um Luang Prabang (6,8 MB)
Laos
Foto von Helmut K., IV/3e R.E.I.
1954 - Am Nam Ou in Laos
Ab 08. März 1954 verlässt das IV/3e R.E.I. die laotische Hauptstadt und ist weiter nördlich, im Tal des Nam Ou, in der Operation Châteauneuf eingebunden.
Im Rahmen der Operation werden im Tal des Nam Ou nach Rückzug der Vietminh zunächst die Posten Pac Ou und Ban Lat Ham wieder besetzt und aufgebaut.
Es folgt am 18. März 1954 weiter nördlich am Nam Ou der Posten Muong Son.
Laos
Foto von Helmut K., IV/3e R.E.I.
Am 13. April 1954 werden die 14e und 16e Compagnie mit dem P.C. des IV/3e R.E.I. nach Ban Nam Bac, nordwestlich von Muong Son, verlegt. Dort wird eine Verteidigungstellung mit einer Flugpiste ausgebaut.
Beides dient zur Unterstützung jener Einheiten, welche sich weiter nördlich in Richtung der vietnamesischen Grenze an der Operation Condor beteiligen, um das belagerte Diên Biên Phú zu unterstützen.
Als Diên Biên Phú am 08. Mai 1954 endgültig gefallen ist, werden die Kräfte der Kolonne Godard, darunter das II/2e R.E.I., zurückgezogen und am 10. Mai 1954 über Ban Nam Bac ausgeflogen.
Darauf wird Ban Nam Bac am 12. Mai 1954 aufgegeben und das IV/3e R.E.I. gruppiert sich in Moung Sung.
Von dort geht es 10 Tage lang in zehrenden Eilmärschen durch den Dschungel nach Süden, in Richtung Luang Prabang.
Karte von der Region des Nam Ou mit Pac Ou, Muong Son und Ban Nam Bac (6,0 MB)
Laos
Foto von Helmut K., IV/3e R.E.I.
1954 - Pakse in Süd-Laos
Am 23. Mai 1954 erreicht das IV/3e R.E.I. wieder Luang Prabang. Hier verbleibt das Bataillon aber nur kurze Zeit.
Die 13e Compagnie wird bereits am 25. Mai 1954 nach Pakse in Süd-Laos geflogen, der Rest des IV/3e R.E.I. folgt am 28. Mai 1954.
Kurz nach seiner Ankunft wird das Bataillon auf dem Papier aufgelöst. Am 01. Juni 1954 wird das IV/3e R.E.I. zum neuen III/3e R.E.I.
Die Kompanien werden von der 13e bis zur 16e Compagnie nun zur 8e bis 12e Compagnie umbenannt.
Die Tage in Pakse stellen für das Bataillon nach den Strapazen der vergangenen sieben Monate im Norden von Laos eine willkommene Erholung dar.
Doch auch diese Zeit findet bald ein Ende. Mitte Juni 1954 wird das Bataillon nach Tonkin verlegt.
Karte der Region um Pakse in Süd-Laos (6,4 MB)
Siehe nun III/3e R.E.I. > 1954 - Neuaufstellung.
