Dong Khé
Einleitung
Dong Khé, etwa 40 Kilometer südöstlich von Cao Bang, ist nördlich und östlich von hohen Kalkfelsen umgeben.
Das Zentrum der Verteidigung stellt die Zitadelle.
Im Dorf befindet sich das Quartier Dubouchet.
Fünf Posten, auf umliegenden Höhen, kontrollieren den Zugang zur Ebene.
Am 06. September 1950 lösen die 5e und 6e Compagnie des II/3e R.E.I. mit Teilen der C.C.B. 2 das 8e Tabor in Dong Khé heraus.
Die 5e Compagnie unter Capitaine Vollaire besetzt das Quartier Dubouchet und die Posten, die 6e Compagnie unter Capitaine Jaugeon mit der C.C.B. unter Capitaine Allioux die Zitadelle.
Am 14. September 1950 wird die Brücke in Richtung That Khé durch die Vietminh gesprengt und die Straße sabotiert. Die Verbindung nach Süden ist für die Legionäre damit abgeschnitten.
Die Vietminh bereiten darauf den Angriff vor. Giap hat seine komplette Division 308 um Dong Khé antreten lassen, 16 Bataillone, etwa 15.000 Vietminh. Dazu schwere Waffen. Ein ungleicher Kampf steht den Verteidigern bevor.
Der Angriff
In der Nacht vom 15. auf den 16. September 1950 werden feindliche Aktivitäten nahe des Postens Süd und im Bereich des Quartiers Dubouchet festgestellt.
Es ist Samstag, der 16. September 1950, gegen 06:00 Uhr. Aufklärungsptrouillen treffen am frühen Morgen auf den Gegner.
Der Kontakt hat zur Folge, dass gegen 06:30 Uhr der gegnerische Angriff losbricht. Die Zitadelle von Dong Khé und ihre Außenposten werden heftig durch Mörser und 75er Granaten beschossen.
Der Beschuss konzentriert sich zunächst hauptsächlich auf die Zitadelle und den Posten Ost.
Der Posten Ost, gehalten von einer Section, kann gegen den ab 10 Uhr losbrechenden Infanterieangriff nicht standhalten. Eine Granate hatte den MG-Stand getroffen. Gegen 10:30 Uhr fällt der Posten Ost.
Nur einem Legionär der Legionär war die Flucht zur Zitadelle gelungen.
Danach konzentriert sich das Feuer auf den Posten Nord, ebenfalls von einer Section gehalten. Auch dieser kann gegen die Übermacht nicht standhalten.
Um 15:30 Uhr erfolgt die nächste Nachricht aus der Zitadelle von Dong Khé, es gibt auch dort bereits fünf Tote und elf Verletzte, ein Arzt und Munition werden benötigt.
Die Attacken der Vietminh gehen unvermindert über den Tag und bis die Nacht weiter.
Bis zum Abend sind vier Außenposten gefallen, dazu ist das 105er Geschütz der Zitadelle zerstört.
Ab 21 Uhr begann der Kampf um den Vorplatz der Zitadelle, welcher gegen 23 Uhr geräumt werden muss. Ein Bunker der Zitadelle wird zerstört
Bis in den frühen Morgen werden die Angriffswellen der Vietminh an der Zitadelle zurückgeschlagen.
Am Morgen des 17. September 1950 ist die Zitadelle von Dong Khé weiter in der Hand der Legionäre, man meldet jedoch bereits 40 Tote und 80 Verletzte.
Der Posten Süd liegt nun ebenfalls in Trümmer. Die Verteidiger der Zitadelle werden durch Legionäre der 5e Compagnie verstärkt.
Am Tage greifen französische Jagdflugzeuge ein. Sie können jedoch nicht viel ausrichten, da sich die Vietminh in ihre Gräben zurückziehen.
In Cao Bang stellt man zunächst eine Interventionstruppe aus Freiwilligen auf, die über Dong Khé, obwohl sie keine Paras sind, abspringen wollen. Das Unternehmen wird aber abgebrochen und man bekommt aus Hanoi das 1er B.E.P. zur Unterstützung zugesagt.
Die erste Welle des 1er B.E.P. springt noch am Nachmittag über That Khé ab. Ein direkter Absprung über Dong Khé erschien zu riskant.
Der Kampf in Dong Khé wird unterdessen bis in die Nacht fortgesetzt. Ab 18 Uhr setzte der Beschuss der Vietminh wieder ein.
Es gibt bis zum Abend weitere 20 Tote und 35 Verletzte. Die einzelnen Bunker werden hart umkämpft und wechseln im Laufe der Nacht mehrmals den Besitzer.
Die Lage wird immer aussichtsloser.
Am Morgen des 18. September 1950 kann Dong Khé schließlich nicht mehr gehalten werden.
Die letzen Überlebenden kämpfen sich ab 06:30 Uhr den Weg mit Handgranten frei.
Bilanz
Nur etwa 20 Legionären gelingt es, That Khé zu erreichen. Der Rest der Besatzung, etwa 150 verletzte Legionäre, gehen in Gefangenschaft. 85 Legionäre starben bei der Verteidigung von Dong Khé.
Aber auch der Gegner musste starke Verluste hinnehmen. Man schätzt, dass etwa 800 Vietminh für Dong Khé fielen.

